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Wasserwerke Westfalen bauen erste "Weitergehende Aufbereitung" in Schwerte

Erster Spatenstich am Wasserwerk Westhofen

Zurzeit werden die Wasserwerke der Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) aus Vorsorgegründen in einem mehrjährigen Großprojekt um eine „Weitergehende Aufbereitung“ ergänzt. „Mit dem Baubeginn am Wasserwerk Westhofen ist ein wichtiger Meilenstein erreicht“, so WWW-Geschäftsführer Dr. Bernhard Klocke.

Das Westhofener Werk ist nicht nur das dritte von insgesamt fünf umzurüstenden Werken (also Halbzeit!) sondern auch das erste Schwerter Wasserwerk, das für die Reinigung zukünftige Herausforderungen im Oberflächenwasser gewappnet wird.

Investition in die Zukunft
Bis 2020 werden die Wasserwerke Westfalen mit ihren Gesellschaftern DEW21 und GELSENWASSER für die zusätzlichen technischen Verfahrensstufen insgesamt rund 120 Mio. Euro investieren. „Trinkwasser ist mit unser wichtigstes Gut. Von daher ist diese Investition in den Erhalt bzw. die Erhöhung der Versorgungssicherheit eine wichtige und richtige Entscheidung“, so das D`Accord von Peter Flosbach, Geschäftsführer von DEW21.

Auch der Bürgermeister von Schwerte Heinrich Böckelühr steht voll und ganz hinter den Aktivitäten der Wasserwerke Westfalen. „Definitiv gibt eine Großbaustelle direkt vor der Tür nie Grund zur Freude, doch sollten die betroffenen Anwohner daran denken, dass diese Maßnahmen zur Sicherung des Trinkwassers auch für das Schwerter Versorgungsgebiet und somit zu ihrem persönlichen Schutz und Wohl getätigt werden“, appelliert er an das Verständnis der Westhofener.

Bauzeitenplan
Die dreijährige Bauzeit gliedert sich in zwei Jahre für den Hoch- und Tiefbau sowie ein weiteres Jahr für den Anlagenbau. „Heute beginnen die Arbeiten an der Baustelleneinrichtung, für den Erdbau und die Baugrubensicherung und -erstellung. Im Herbst folgen zwei Monate Bauzeit für die Fundamenterstellung, dann beginnen wir bereits mit der Errichtung der Reinwasserkammern und Filteranlagen - terminiert für Sommer 2018. Darauf folgt der Stahlbau. Träger- und Dachkonstruktion sollen bis Mai 2019 fertiggestellt sein“, erläutert Klocke den Bauzeitenplan der ersten Bauphase für den Hoch- und Tiefbau. Im letzten Viertel dieser Bauphase werden bereits parallel der Straßenbau und die Gestaltung der Außenanlagen angegangen. In der zweiten Phase von April 2019 bis Februar 2020 sind die Fertigstellung des Anlagenbaus und die Installation der Elektrotechnik geplant, woran sich nahtlos der Probebetrieb anschließen wird.

Hintergrund und Projektbeschreibung
Aus Gründen der Vorsorge wird die bestehende naturnahe Trinkwasseraufbereitung bereits heute an die Anforderungen der Zukunft angepasst. Dazu sollen zusätzliche, über die bisherige Aufbereitungstechnik hinausgehende technische Verfahrensschritte eine noch höhere Sicherheit gegenüber nicht vorhersehbaren mikrobiologischen oder chemischen Wasserinhaltsstoffen schaffen. Diese Maßnahme setzt die Vorgaben des Programms "Reine Ruhr" des NRW-Umweltministeriums um.

Hierfür werden in den auch zukünftig bestehenden fünf Wasserwerken von WWW Anlagen zur „Weitergehenden Wasser-aufbereitung“ errichtet. Die Wasserwerke Westfalen haben sich nach mehrjährigen Versuchen für die zusätzlichen Verfahrens-schritte Ozonung, Flockung, Mehrschichtfiltration und Aktivkohlefiltration entschieden - das sogenannte „Schwerter Verfahren“. Des Weiteren gehören zu diesem Großumbauprojekt die bereits fertiggestellten Anlagen zur Desinfektion mittels UV-Licht sowie die Umstellung von einer chemikalischen auf eine physikalische Entsäuerung.

Die weitergehenden Aufbereitungsstufen der Wasserwerke Westfalen im Überblick:

Ozonung
Ozon oxidiert auf umweltfreundliche Weise im Wasser gelöstes Eisen und Mangan und bricht persistente organische Verbindungen auf, die dadurch leichter abfiltrierbar sind.

Flockung
Indem ein Flockungsmittel zugesetzt wird, werden feinstverteilte Substanzen in größere "Flocken" überführt. So kann der über-wiegende Teil der im Rohwasser enthaltenen Trübstoffe gebunden und anschließend besser herausgefiltert werden.

Mehrschichtfiltration
Das Wasser durchläuft hierbei zwei biologisch aktive Schichten von Filtermaterial, bestehend aus Anthrazitkohle und Quarzsand. Damit können Partikel bestmöglich abgeschieden und klares, trübstofffreies Wasser erzeugt werden. Zusätzlich werden Bakterien beseitigt. Organische und anorganische Verbindungen wie Ammonium werden abgebaut.

Adsorption an Korn-Aktivkohle
Mit Aktivkohlefiltern werden nicht bzw. nur schwer biologisch abbaubare organische Stoffe gebunden und aus dem Wasser entfernt, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel oder Medikamentenrückstände.

Physikalische Entsäuerung
Statt wie bisher weiter mit Natronlauge zu entsäuern, stellt WWW auf ein rein physikalisches Verfahren um, das ohne Zugabe von Chemikalien auskommt. Bei diesem Prozess wird das Wasser in einer Durchflussrinne mit feinperliger Luft durchsetzt. Durch die Luftbläschen wird das im Wasser enthaltene Kohlen-dioxid ausgetrieben und damit der pH-Wert des Wassers bis zum Kalk-Kohlesäure-Gleichgewicht angehoben.

UV-Desinfektion
Die Umstellung von einem chemischen auf ein physikalisches Verfahren in der Desinfektion mittels UV-Licht ist bereits seit Frühjahr 2016 in allen WWW-Wasserwerken geschehen Die UV-Bestrahlung deaktiviert am Ende der Aufbereitung schnell und sicher eventuell noch im Wasser verbliebene einzelne Mikroorganismen und verhindert so gesichert die Verbreitung von Infektionen. Dieses umweltfreundliche, chemikalienfreie Desinfektionsverfahren macht das bisher übliche chemische Desinfektionsmittel Chlordioxid überflüssig.

Informationen
Aktuelle Einträge rund um das Baugeschehen finden Sie während der gesamten Bauphase im Wasserwerk Westhofen auf
http://www.wasserwerke-westfalen.de/wasser/wasserwerke/westhofen/bau-weitergehende-wasseraufbereitung/

Bei weiteren Presseanfragen wenden Sie sich bitte an:
Tanja Vock
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wasserwerke Westfalen GmbH
Tel.: 02304 / 9575-204, Mobil: 0160 / 614 5334
tanja.vock[at]wasserwerke-westfalen.de


Die Wasserwerke Westfalen (WWW) – eine Tochtergesellschaft von DEW21 und GELSENWASSER – produzieren mit ihren rund 135 Mitarbeitern Trinkwasser für 1,5 Millionen Menschen. Sechs Wasserwerke zwischen Wickede und Witten bereiten das Wasser der Ruhr zu bestem Trinkwasser auf.
Das WWW-Versorgungsgebiet umfasst Teilbereiche des südlichen Münsterlandes, des mittleren und östlichen Ruhrgebietes sowie des nördlichen Sauerlandes. 2016 lag die Trinkwasserproduktion bei 101 Millionen m³.
Des Weiteren betreibt WWW fünf Laufwasserkraftwerke, die im letzten Jahr 22,5 Millionen kWh sauberen Strom produzierten und somit einen erheblichen Betrag zur CO2-Minderung leisteten.