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WWW investiert in Sicherung der Trinkwasserqualität

Die Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) investiert seit einigen Jahren intensiv in die Zukunft der Trinkwasserqualität. Aus Vorsorgegründen wird die bisher überwiegend naturnahe Wasseraufbereitung um zusätzliche technische Verfahrensschritte ergänzt. Nun ist die sogenannte „Weitergehende Wasseraufbereitungsanlage“ (WAA) des WWW-Wasserwerks in Witten fertiggestellt und offiziell eingeweiht.

Insgesamt fünf Wasserwerke der Wasserwerke Westfalen werden bereits heute an die Anforderungen der Zukunft angepasst. „Wir streben in unseren Wasserwerken den höchsten technischen Standard an, um die Trinkwasserqualität nachhaltig und auch für die kommenden Generationen zu sichern“,  erklärt WWW-Geschäftsführer Bernhard Klocke. Hierfür werden Aufbereitungsanlagen mit zusätzlichen Reinigungsstufen nach dem „Schwerter Verfahren“ errichtet.

Das Wasserwerk Witten wurde bereits in den 1980er Jahren um Ozonung, Flockung und Mehrschichtfiltration ergänzt, da es von allen WWW-Werken am weitesten stromabwärts der Ruhr liegt und durch den Zulauf vieler Nebengewässer und der damals ansässigen Industrie mit dem am stärksten belasteten Oberflächenwasser vorliebnehmen musste.

Von daher musste hier nur die Adsorption an Korn-Aktivkohle, die physikalische Entsäuerung und die UV-Desinfektion nachgerüstet werden, um eine noch höhere Sicherheit gegenüber nicht vorhersehbaren mikrobiologischen Belastungen und organischen Spurenstoffen im Oberflächenwasser zu gewähren.

„Besondere Herausforderung für den Gewässerschutz und die Trinkwasserversorgung bleibt der Eintrag von Mikroschadstoffen, wie beispielsweise Pflanzenschutzmitteln, Bioziden, Medikamenten und Haushaltschemikalien“, spricht Gerhard Odenkirchen, Ministerialdirigent im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) das zentrale Thema an. Und dass es für eine langfristige Erhaltung der sehr hohen deutschen Trinkwasserqualität unabdingbar sei, „dass wir bereits die Qualität der Ressource, sprich die Oberflächengewässer und das Grundwasser, vorsorglich und nachhaltig schützen und erhalten.“

Der Appell zur Vermeidung an der Quelle spricht nicht nur Landwirtschaft, Industrie und Krankenhäuser an, sondern auch die privaten Haushalte. Denn wir alle können etwas tun, um unser wichtigstes Lebensmittel zu schützen. Die neuen Aufbereitungstechniken in der Trinkwassererzeugung sollten hierzu als letzte Instanz greifen müssen.


Hier ein Überblick über die einzelnen Reinigungs- und Nachbehandlungsschritte nach dem „Schwerter Verfahren“:

Ozonung
Ozon oxidiert auf umweltfreundliche Weise im Wasser gelöstes Eisen und Mangan und bricht persistente organische Verbindungen auf, die dadurch leichter abfiltrierbar sind.

Flockung
Indem ein Flockungsmittel zugesetzt wird, werden feinstverteilte Substanzen in größere "Flocken" überführt. So kann der überwiegende Teil der im Rohwasser enthaltenen Trübstoffe gebunden und anschließend besser herausgefiltert werden.

Mehrschichtfiltration
Das Wasser durchläuft hierbei zwei biologisch aktive Schichten vonFiltermaterial, bestehend aus Aktivkoks sowie Quarzsand. Damit  können Partikel bestmöglich abgeschieden und klares, trübstofffreies Wasser erzeugt werden. Zusätzlich werden Bakterien beseitigt, organische und anorganische Verbindungen wie Ammonium werden abgebaut.

Adsorption an Korn-Aktivkohle
Mit den neuen Aktivkohlefiltern werden nicht bzw. nur schwer biologisch abbaubare organische Stoffe gebunden und aus dem Wasser entfernt, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel und Arzneimittelrückstände.

Physikalische Entsäuerung
Statt wie bisher weiter mit Natronlauge zu entsäuern, stellt WWW auf ein rein physikalisches Verfahren um, das ohne Zugabe von Chemikalien auskommt. Bei diesem Prozess wird das Wasser in einer Durchflussrinne mit feinperliger Luft durchsetzt. Durch die Luftbläschen wird das im Wasser enthaltene Kohlendioxid ausgetrieben und damit der pH-Wert des Wassers bis zum Kalk-Kohlesäure-Gleichgewicht angehoben.

UV-Desinfektion
WWW hat die Desinfektion von einem chemischen auf ein physikalisches Verfahren mittels UV-Licht umgestellt. Dies ist bereits seit Frühjahr 2016 in allen WWW-Wasserwerken geschehen. Die UV-Bestrahlung deaktiviert am Ende der Aufbereitung schnell und sicher eventuell noch im Wasser verbliebene einzelne Mikroorganismen und verhindert so gesichert die Verbreitung von Infektionen. Dieses umweltfreundliche, chemikalienfreie Desinfektionsverfahren macht das bisher übliche chemische Desinfektionsmittel Chlordioxid überflüssig.


Info
Über 20 Mio. m³ Trinkwasser werden im WW Witten jährlich produziert und an die DEW21- und GELSENWASSER-Kunden in Teilen Bochums, Castrop-Rauxels, Dortmunds und Hernes geliefert.

Das WW Witten ist nach dem WW Echthausen das zweite mit „Weitergehender Aufbereitung“ ausgestattete von insgesamt fünf WWW-Werken, die ertüchtigt werden. Das WW Westhofen befindet sich seit letztem Jahr im Umbau, am WW Hengsen haben die vorbereitenden Arbeiten begonnen und das WW Halingen befindet sich in der konkreten Planungsphase.

Die „Weitergehende Wasseraufbereitung“ für das WW Witten kostete aufgrund der bereits vorhandenen Verfahrensschritte 13 Mio. €. Insgesamt werden die Wasserwerke Westfalen mit ihren Gesellschaftern DEW21 und GELSENWASSER für alle Wasserwerke rund 120 Mio. Euro investieren.

BU: (von links) Dr. Bernhard Klocke (GF WWW), Dr. Dirk Waider (Vorstand GELSENWASSER), Gerhard Odenkirchen (Ministerialdirigent MULNV), Christine Elhaus (Hauptdezernentin Bez.-Reg. Arnsberg), Bernd Heinz (GF WWW), Henning Deters (Vorstand GELSENWASSER), Peter Flosbach(GF DEW21)


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