Wasser ist Leben. Wir leben Wasser.

Zu den Fachvorträgen 
der Vortragsveranstaltung
"Fischdurchgängigkeit
an der mittleren Ruhr"
bei WWW am 28.08.2015:

 

Fischtreppen bei WWW

Fischaufstiegskontrollen

Planungsvorhaben an der Ruhr 

Fischaufstiege

Wasserkraftanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur umweltfreundlichen, regenerativen Energiegewinnung. Doch sie benötigen Stauwehre. Für Fische bedeuten diese Querbauwerke in den Fließgewässern häufig das Ende ihrer Reise.

Als wichtiges Ziel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie soll die ökologische Durchgängigkeit von Gewässern wieder hergestellt und verbessert werden. Dazu dienen an den Stauwehren der Wasserkraftanlagen Fischaufstiegsanlagen. Diese technischen Bauwerke sollen sicherstellen, dass Fische und andere bodenlebenden Kleinlebewesen auch gegen die Strömung die Querbauwerke überwinden können.

Die von den WASSERWERKE WESTFALEN betriebenen fünf Laufwasserkraftwerke stammen aus den Jahren 1922 (Westhofen), 1937 (Hengsen), 1942 (Echthausen), 1961 (Villigst) und 1914 (Fröndenberg). Während das Stauwehr Fröndenberg bereits seit dem Jahr 2000 mit einer Fischtreppe (Mäander-Fischpass) ausgerüstet ist, wurden die Anlagen in Westhofen 2011, in Hengsen und Echthausen 2013 und in Villigst 2014 fertiggestellt.

Bei den Fischtreppen der WASSERWERKE WESTFALEN sind Höhenunterschiede von 3,65 m bis 6,25 m zwischen Ober- und Unterwasser zu überwinden. Die vier neu gebauten Aufstiege in Westhofen, Villigst, Hengsen und Echthausen sind als Schlitzpässe angelegt.

Bei der Schlitzpass-Technik werden diese Höhenunterschiede auf Fließstrecken von bis zu ca. 200 m in einer Vielzahl von kleinen Becken (37 bis 58) überwunden. So gleicht jedes Becken den Höhenunterschied von ca. 10 cm aus. Die Schlitzpässe zwischen den einzelnen Becken halten eine ausreichende Lockströmung über das ganze Bauwerk aufrecht.

Die Füllung der Beckensohle mit Wasserbausteinen verschiedener Größe ermöglicht auch Kleinlebewesen einen Austausch zwischen Ober- und Unterwasser. Zusätzlich wurden Aalabstiegsrohre, eine vollkommen neuartige Technik, installiert.

Bei regelmäßigen Kontrollen der Fischtreppen wurden zahlreiche Fische unterschiedlicher Arten und Größen gefunden. Neben Bachforellen, Barben, Döbeln, Elritzen, Eschen, Mühlkoppen und Rotaugen traten auch Gründlinge, Schmerlen und viele Aale auf. Diese Kontrollen belegen die Wirksamkeit der Bauwerke.

Seit Ende 2014 ermöglicht die Aufrüstung aller Stauwehre der WASSERWERKE WESTFALEN mit Fischaufstiegsanlagen den Fischen die Wanderung zu ihren Laich-, Aufzucht- und Nahrungsgebieten in diesem Bereich. Die ökologische Durchgängigkeit der Ruhr ist nun auf WWW-Gebiet komplett gegeben.