Wasser ist Leben. Wir leben Wasser.

Wasseraufbereitung im Wasserwerk Halingen

Rechen verhindern in Rohwasserentnahmeeinrichtungen das Eindringen grober Schweb- und Schwimmstoffe in die Wassergewinnungsanlagen. Die durch Ölsperren gesicherten Entnahmen können bei Bedarf (z. B. vorübergehende Verunreinigung des Ruhrwassers) geschlossen werden.

In Sedimentationsbecken setzen sich Schweb- und Sinkstoffe aus dem Rohwasser durch Schwerkrafteinwirkung ab. Im Normalbetrieb werden die Sedimentationsbecken ständig durchflossen.

In Sandfilterbecken versickert das Wasser sehr langsam - ca. vier Zentimeter pro Stunde - durch die Filtersandschicht, gelangt in den Untergrund und reichert das vorhandene Grundwasser an. Die Einlaufbauwerke der Becken sind mit Kaskaden zur Sauerstoffanreicherung ausgestattet, um mikrobiologische Reinigungsprozesse zu unterstützen. Für die Reinigungsleistung der Sandfilter spielen  mechanische Siebeffekte, physikalisch-chemische Prozesse und vor allem biologische Vorgänge durch Mikroorganismen eine bedeutende Rolle.

Die Zugabe von Pulveraktivkohle in das zutage geförderte Grundwasser (Erstfiltrat) vor der Zweitversickerung dient der Elimination adsorbierbarer Schadstoffe wie z.B. PFT, Pflanzenschutzmittel und anderer organischer Mikroverunreinigungen. Die unerwünschten Wasserinhaltsstoffe lagern sich an die Oberfläche der Aktivkohle an und werden so aus dem Wasser entfernt.

Durch eine Fallverrieselung zur Sauerstoffanreicherung wird gleichzeitig überschüssige Kohlensäure ausgetrieben, so dass ein Einspareffekt bei der Zugabe von Natronlauge zur Entsäuerung erzielt wird.

Die gesamte Anreicherungsmenge wird ein zweites Mal versickert. Die Zweitversickerung dient der weiteren Qualitätsverbesserung des angereicherten Grundwassers. 

Als Untergrundpassage wird die Fließstrecke im Grundwasserleiter nach der Versickerung bezeichnet, bevor das Grundwasser durch Sickerleitungen gefasst und dem Pumpwerk zugeleitet wird. Während der Untergrundpassage erfolgt eine weitere mechanische, physikalisch-chemische und mikrobiologische Reinigung des infiltrierten Grundwassers.

Eine Mikrosiebung des angereicherten Grundwassers eliminiert möglicherweise noch vorhandene Grundwasserorganismen. Die Siebanlagen bestehen aus zylindrischen Wickeldrahtfiltern, die von innen nach außen von angereichertem Grundwasser durchströmt werden. Die Rückhaltung von Grundwasserorganismen erfolgt auf der inneren Mantelfläche.

Die Entsäuerung des Trinkwassers verhindert korrosionschemische Vorgänge im Wasserverteilungsnetz. Durch die Zugabe von Natronlauge wird der pH-Wert des Trinkwassers deshalb bis zum Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht angehoben.

Die Desinfektion mit UV-Licht stellt sicher, dass das Trinkwasser auch auf seinem Weg vom Wasserwerk zum Verbraucher bakteriologisch einwandfrei bleibt.

Große Kreiselpumpen fördern das „fertige“ Trinkwasser zum Verbraucher.