Wasser ist Leben. Wir leben Wasser.

Wasseraufbereitung im Wasserwerk Hengsen

Rechen verhindern in Rohwasserentnahmeeinrichtungen das Eindringen grober Schweb- und Schwimmstoffe in die Wassergewinnungsanlagen. Die durch Ölsperren gesicherten Entnahmen können bei Bedarf (z. B. vorübergehende Verunreinigung des Ruhrwassers) geschlossen werden. Das Anreicherungswasser für die drei Schwerter Wasserwerke wird fast vollständig aus dem Aufstau der Ruhr am Wehr Hengsen entnommen.

Der Stausee Hengsen wird als Sedimentationsbecken genutzt. Hier setzen sich Schweb- und Sinkstoffe aus dem Rohwasser durch Schwerkrafteinwirkung ab.

Die Vorfilterbecken dienen der Vorreinigung. Das Filterbett besteht aus zwei Schichten Kies (Körnung: 8 - 16 mm und 20 - 60 mm). Es handelt sich um Durchlaufbecken. Im Einlauf befinden sich Kaskaden zur Sauerstoffanreicherung des Wassers, um mikrobiologische Reinigungsprozesse zu unterstützen.

Die Zugabe von Pulveraktivkohle in das vorgereinigte Rohwasser im Zulauf zu den Langsamsandfiltern dient der Elimination adsorbierbarer Schadstoffe wie z.B. PFT, Pflanzenschutzmittel und anderer organischer Mikroverunreinigungen. Die unerwünschten Wasserinhaltsstoffe lagern sich an die Oberfläche der Aktivkohle an und werden so aus dem Wasser entfernt.

In Sandfilterbecken versickert das Wasser sehr langsam - ca. vier Zentimeter pro Stunde - durch die Filtersandschicht, gelangt in den Untergrund und reichert das vorhandene Grundwasser an. Die Einlaufbauwerke der Becken sind mit Kaskaden zur Sauerstoffanreicherung ausgestattet, um mikrobiologische Reinigungsprozesse zu unterstützen. Für die Reinigungsleistung der Sandfilter spielen  mechanische Siebeffekte, physikalisch-chemische Prozesse und vor allem biologische Vorgänge durch Mikroorganismen eine bedeutende Rolle.

Als Untergrundpassage wird die Fließstrecke im Grundwasserleiter nach der Versickerung bezeichnet, bevor das Grundwasser durch Sickerleitungen gefasst und dem Pumpwerk zugeleitet wird. Während der Untergrundpassage erfolgt eine weitere mechanische, physikalisch-chemische und mikrobiologische Reinigung des infiltrierten Grundwassers.

Die Entsäuerung des Trinkwassers verhindert korrosionschemische Vorgänge im Wasserverteilungsnetz. Durch die Zugabe von Natronlauge wird der pH-Wert des Trinkwassers deshalb bis zum Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht angehoben.

Die Desinfektion mit UV-Licht stellt sicher, dass das Trinkwasser auch auf seinem Weg vom Wasserwerk zum Verbraucher bakteriologisch einwandfrei bleibt. 

Große Kreiselpumpen fördern das „fertige“ Trinkwasser zum Verbraucher.