Ruhrverband und AWWR präsentieren die 52. Ausgabe des Ruhrgüteberichts
Die 18 Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e.V. (AWWR) sorgen für eine mengenmäßig stets ausreichende sowie qualitativ einwandfreie Trinkwasserversorgung von rund 4,6 Mio. Menschen, Gewerbe und Industrie an der Ruhr. Die aktuell durch das Land erstellte NRW-Wasserstrategie eröffnet die Chance, erforderliche und innovative Konzepte und Maßnahmen für eine weiterhin zukunftsfeste Wasserversorgung im Ruhreinzugsgebiet umzusetzen.
Wassermengenwirtschaft und -qualität
Rechtzeitig konnte der Ruhrverband ab Juli dieses Jahres das neue Niedrigwassermanagement zur Schonung der Talsperrenfüllstände anwenden. Die AWWR unterstützt dies ausdrücklich, um lange Trockenphasen ohne Versorgungseinschränkungen meistern zu können.
Qualitativ gab es weder im wasserreichen Jahr 2024 noch im bisher niederschlagsarmen Jahresverlauf nennenswerte Auffälligkeiten bei Roh- und Trinkwasser zu verzeichnen. Dennoch wird die Qualitätsüberwachung mit modernen Methoden weiter ausgebaut bzw. verdichtet. Zudem schreitet der Bau der zwei letzten großen Trinkwasserausbereitungsanlagen im AWWRGebiet in Halingen und Warmen planmäßig voran. „An der Ruhr haben wir nun eine gesicherte Mengenversorgung bei fortschreitendem Klimawandel erreicht. Jetzt stehen Qualitätsaspekte und Resilienzmaßnahmen im Fokus“, so der AWWR-Vorsitzende Bernd Heinz.
Die Wasserversorger stehen vor der Herausforderung, eine wachsende Zahl rechtlicher Vorgaben und Verwaltungsprozesse berücksichtigen zu müssen. Aus Sicht der AWWR-Mitglieder sind bei grundlegenden Fragestellungen und bei der Umsetzung von Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung in NRW bisher nur begrenzte Fortschritte erkennbar. So entwickeln sich etwa die Hochwasserschutzmaßnahmen nach dem Starkregenereignis im Juli 2021 nur schrittweise, überregionale Versorgungsansätze erfordern längere Planungszeiträume und Genehmigungsverfahren gestalten sich vielfach komplex und langwierig.
NRW-Wasserstrategie
Das NRW-Umweltministerium erstellt bis zum Jahreswechsel eine NRW-Wasserstrategie unter Beteiligung der Wasserversorger. „Eine ambitionierte NRW-Wasserstrategie muss die Leitplanken für eine zukunftsfeste Trinkwasserversorgung aufzeichnen und diese mit konkreten sowie innovativen Maßnahmen auch umsetzen“, so Bernd Heinz.
Die Anpassung des Niedrigwassermanagements an der Ruhr hat von den ersten Erkenntnissen Ende 2018 bis zur rechtlichen Umsetzung in einem komplexen und aufwändigen Prozess insgesamt sechs Jahre in Anspruch genommen. Glücklicherweise konnten zwischenzeitlich Wasserengpässe an der Ruhr vermieden werden.
Dieser Fall zeigt, dass wir künftig deutlich schneller und pragmatischer Anpassungen an die veränderte Lage vornehmen müssen. Neben den Folgen des Klimawandels wie Trockenheit und Hochwasser stehen u. a. Qualitätsaspekte, Sicherheitsfragen und die Energieversorgung im Fokus. Trinkwasser aus der Ruhr ist Lebensgrundlage für Menschen und Wirtschaft der Region.
Daher ist die neue NRW-Wasserstrategie eine Chance, neben wasserfachlichen Aspekten zu Wassermenge/-qualität und Umwelt, auch umsetzbare Elemente zu Hochwasserschutz, Verbundausbau mit überörtlicher Versorgung sowie konsequenter Digitalisierung und Transparenz zu schaffen. Ergänzend sind Finanzierungsfragen der Zusatzmaßnahmen zu lösen. Hierzu Bernd Heinz: „Wir erwarten, dass die NRW-Wasserstrategie mutige Schritte zur Beschleunigung von Prozessen, zur Reduzierung bürokratischer Hürden und zur praxisnahen Umsetzung vorsieht, da sonst viele zukunftsorientierte Projekte an der Ruhr unter den aktuellen Rahmenbedingungen nur eingeschränkt oder gar nicht realisierbar sind.“ Die AWWR-Mitglieder bringen gerne konkrete Vorschläge ein, um das Umsetzungstempo zu steigern.
Bildunterschrift: (v. l.) Bernd Heinz, Vorsitzender der AWWR, und Prof. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, stellten gemeinsam den Ruhrgütebericht 2024 der Öffentlichkeit vor. Quelle: Ruhrverband
