Wasserwerk Echthausen nach langer Blackout-Serie wieder mit stabilem Netzanschluss
Nach multiplen Netzstörungen seit Oktober 2025 verfügt das Wasserwerk Echthausen jetzt wieder über einen stabilen Stromanschluss. Trotz mehrfacher Blackouts von insgesamt über hundert Stunden war die Trinkwasserversorgung durchgehend gesichert und die Krisenvorsorge von Wasserwerke Westfalen bewährte sich.
Das Wasserwerk Echthausen der Wasserwerke Westfalen GmbH (WWW) versorgt rd. 300.000 Menschen im Ruhreinzugsgebiet mit Trinkwasser. Am 25.10.2025 begann eine bisher beispiellose Blackout-Serie, die jetzt mit einer neuverlegten Mittelspannungsanbindung beendet werden konnte. Obwohl das Werk über zwei separate Anschlüsse verfügt, sorgten multiple Netzstörungen für über hundert Stunden Blackout-Betrieb.
Die Mittelspannungsstörungen betrafen das Wasserwerk und die Ortsversorgung von Echthausen. Mehrfache Instandsetzungsversuche von Westnetz scheiterten. Es tauchten immer neue Netzfehler auf. Die ausgefallenen Haupt- und instabilen Ersatzanbindungen mussten von den Umspannwerken über lange Strecken komplett neu verlegt werden und die Ortsbewohner wurden monatelang über Notstromaggregate versorgt.
Währenddessen fiel auch die Ersatzanbindung des Wasserwerks mehrfach aus. Mit Westnetz erfolgte ein intensiver Austausch zu allen Vorfällen und Maßnahmen inkl. die Bereitstellung von Lagerflächen auf dem Wasserwerksgelände für die umfangreichen Netzbaumaßnahmen. Das Werk musste acht einzelne Blackouts meistern, der längste dauerte über 36 Stunden im frostigen Januar.
Alle Vorbereitungsmaßnahmen für Stromausfälle bewährten sich und so gab es keinerlei Versorgungsunterbrechungen oder Qualitätseinbußen in der Trinkwasserversorgung. Der Wasserbedarf blieb unverändert, da es nur lokale Stromausfälle gab. Neben ausreichend Kraftstoffvorrat für die eigenen Netzersatzaggregate zahlten sich die Blackout-Übungen des Betriebsteams aus. Der Inselbetrieb funktionierte nahezu reibungslos, nur Dauer und Häufigkeit stellten eine neue Dimension dar. Neben den Dieselaggregaten unterstützten zeitweise die eigenen PV-Anlagen den Notstrombetrieb – trotz Winterphase. Auf einen Kombibetrieb von Dieselaggregaten, PV und Wasserkraft wurde verzichtet, da hierfür noch Regelungsoptimierungen erforderlich sind, die jetzt angegangen werden.
Auch ausgefallene Kommunikationswege (Glasfaser) konnten durch ein redundantes System aufgefangen werden. Durch technische, organisatorische und personelle Maßnahmen erfolgte der Blackout-Betrieb innerhalb der Normalorganisation ohne Aktivierung des Krisenstabs. Hierzu Geschäftsführer Bernd Heinz: „Blackout-Vorsorge zahlt sich aus, ob bei einem Anschlag wie in Berlin, technischen Ausfällen oder Extremwetterlagen. Entscheidend sind eine vorausschauende Vorbereitung sowie das erstklassige Zusammenspiel des Wasserwerk-Teams.“
Medial erfolgte ausschließlich eine regionale Berichterstattung, die die sichere Trinkwasserversorgung hervorhob. Es waren ca. 2.000 Bewohner direkt für maximal 24 Stunden betroffen – da hatte der Stromausfall in Berlin natürlich eine ganz andere Dimension.
Nach gut sieben Monaten ist jetzt eine neue 10-kV-Anbindung in Betrieb und der neuverlegte Zweitanschluss wird in Kürze betriebsbereit sein. Aktuell werden die Praxiserfahrungen und Optimierungen auf weitere Wasserwerke übertragen.
