Ruhrverband und AWWR präsentieren die 53. Ausgabe des Ruhrgüteberichts
Die 18 Mitgliedsunternehmen der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e.V. (AWWR) sorgten auch 2025 für eine mengenmäßig stets ausreichende sowie qualitativ einwandfreie Trinkwasserversorgung von rund 4,6 Mio. Menschen, Gewerbe und Industrie an der Ruhr. Sicherheit für die Versorgung auch in zukünftigen Jahren gibt das flexible Talsperrenmanagement des Ruhrverbands.
Der Sommer 2026 war wie bereits das Vorjahr trocken und warm. Anhaltend geringe Zuflüsse zu den Talsperren machten ein aktives, vorausschauendes Niedrigwassermanagement erforderlich. Die AWWR unterstützt die flexiblere Handhabung der Ruhr-Mindestabflüsse ausdrücklich. „Die lang anhaltende Trockenheit hätte ohne dieses Management deutlich größere Herausforderungen mit sich gebracht, betont der AWWR-Vorsitzende Bernd Heinz. „Das Jahr 2025 zeigt eindrucksvoll, wie wichtig eine flexible und schnelle Talsperrensteuerung in Zeiten des Klimawandels ist."
Das Gesamtsystem aus Talsperren, leistungsfähiger Aufbereitung und Versorgungsverbünden hat sich erneut bewährt: Im Gebiet der AWWR kam es trotz Trockenheit, Hitze und Verbrauchsspitzen zu keinen Einschränkungen der Trinkwasserversorgung. Gleichzeitig rücken Aufwand und Kosten des Niedrigwassermanagements stärker in den Fokus. Versorgungssicherheit hat ihren Preis, jedoch müssen die festgelegten Begleitmaßnahmen und Auflagen regelmäßig auf Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit überprüft werden. „Mit der flexiblen Talsperrenbewirtschaftung verfügen wir über ein wirksames Instrument zur Absicherung langer Trockenphasen. Nun gilt es, die gewonnenen Erfahrungen für eine möglichst effiziente und praxistaugliche Umsetzung zu nutzen“, so Bernd Heinz weiter.
Trinkwasserqualität bleibt auch bei Niedrigwasser sicher
Das seit 2008 laufende AWWR-Monitoring organischer Spurenstoffe bietet eine belastbare Datengrundlage für die Bewertung niedriger Ruhrabflüsse. Die Ergebnisse zeigen, dass einzelne Spurenstoffe bei Niedrigwasser zwar häufiger und teilweise in höheren Konzentrationen auftreten, die Belastungen sich jedoch innerhalb der bekannten Größenordnung bewegen.
Moderne Aufbereitung und engmaschige Qualitätsüberwachung gewährleisten auch in langen Trocken- und Hitzephasen eine hohe Trinkwasserqualität. Spurenstoffbefunde werden durch hochempfindliche Analytik frühzeitig erkannt. Grenzwertüberschreitungen im Trinkwasser wurden nicht festgestellt.
Technische Aufbereitung kann den vorsorgenden Gewässerschutz jedoch nicht ersetzen. Die AWWR setzt sich dafür ein, problematische Stoffeinträge bereits an der Quelle zu vermeiden. Dies gilt insbesondere für PFAS. Für diese Stoffgruppe ist ein verbindlicher Ausstiegspfad erforderlich, der langfristig in ein Verbot mündet, da ihre nachträgliche Entfernung technisch aufwendig, kostenintensiv und nicht nachhaltig ist.
Resilienz und Schutz kritischer Infrastruktur stärken
Die Wasserversorgung gehört zur kritischen Infrastruktur. Cyberangriffe, Sabotage, sowie unautorisierte Drohnenüberflüge erfordern erhöhte Wachsamkeit. Das KRITIS-Dachgesetz schafft einen übergeordneten Rahmen. Für die praktische Umsetzung fehlen jedoch teilweise noch konkrete und rechtssichere Regelungen – etwa zur Videoüberwachung, zur Drohnenabwehr, zum Schutz sensibler Anlagen- und Standortdaten sowie zu Prioritäten bei der Versorgung mit Kraftstoff für Notstromaggregate. „Die Wasserversorger investieren kontinuierlich in Technik, Organisation und Krisenvorsorge. Bund und Land müssen nun für einen praxistauglichen Sicherheitsrahmen sorgen. Transparenz darf nicht zum Sicherheitsrisiko werden und im Notfall müssen klare Prioritäten gelten“, betont Bernd Heinz.
