Das neue Niedrigwassermanagement der Ruhr, ein hoher Trinkwasserbedarf, die Stilllegung des kleinsten Wasserwerks und ein langer Strom-Blackout prägten das Jahr 2025 des größten Trinkwasserproduzenten an der Ruhr.
Bereits ab Juli 2025 verringerte der Ruhrverband die Talsperrenabflüsse aufgrund der geringen Niederschlagsmengen seit Februar. Am Pegel Villigst war eine halbierte Wasserführung gegenüber 2024 zu verzeichnen. „Die Abflussabsenkung war richtig und hat wie prognostiziert keine Qualitätsauswirkungen auf die Trinkwasserversorgung ergeben. Gut, dass jetzt die Wasserführung ohne lange Genehmigungsprozesse flexibel steuerbar ist“, so der Sprecher der Geschäftsführung Bernd Heinz.
Mit 103,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasserförderung ist seit 2022 der höchste Absatz erzielt worden. Dass die hohen Bedarfe auch in Zeiten des Klimawandels problemlos gedeckt werden können, liegt an eben diesem neuen Niedrigwassermanagement, wofür sich u. a. Wasserwerke Westfalen (WWW) an der Seite des Ruhrverbands lange und intensiv eingesetzt hat.
Ende des Jahres wurde das kleinste WWW-Wasserwerk in Villigst in die Reservevorhaltung überführt. Jetzt stellen insgesamt fünf große hochmoderne Wasserwerke im Netzverbund mit Gelsenwasser und DEW21 die Trinkwasserversorgung für rd. 1,5 Mio. Menschen sicher.
Investiert wurden im letzten Jahr 16,5 Mio. € – vornehmlich in Aufbereitungs- und Gewinnungsanlagen sowie Resilienzmaßnahmen. „Im Frühjahr wird die Weitergehende Wasseraufbereitungsanlage im Wasserwerk Halingen in Betrieb gehen und ein 150 Mio. €-Programm abschließen“, berichtet Geschäftsführerin Friederike Konold-Rüsel.
Abflussbedingt sank die Wasserkrafterzeugung um -47% auf 15,6 GWh im Vergleich zum überdurchschnittlichen Jahr 2024. Dafür erreichte eigener PV-Strom einen neuen Spitzenwert von 1,9 GWh. Vor fünf Jahren waren es noch 0,1 GWh Solarstrom.
Von Ende Oktober 2025 bis in den Januar 2026 war das Werk Echthausen von mehreren Blackouts durch schwere 10kV-Netzstörungen betroffen. Der längste Ausfall betrug 36 Stunden. Die Wasserversorgung für 300.000 Menschen war dennoch jederzeit gesichert. Bernd Heinz hierzu: „Die langen Stromausfälle waren ein ernster Test unserer Resilienz. Das Notstromkonzept hat gut funktioniert! Tagsüber unterstützten sogar die eigenen PV-Anlagen den Inselbetrieb.“
Um auch zukünftig den anstehenden Herausforderungen begegnen zu können, wurde noch ein letzter von vielen Meilensteinen erreicht: Zur Fachkräftesicherung bildet Wasserwerke Westfalen seit 2025 eigene Nachwuchskräfte aus.
